Eine Liebesgeschichte mit allem Drum und Dran:

Meine Affäre mit dem Yamaha A5000 Professional Sampler

von Robert Schulze Lutum

Er ist der letzte reinrassige Sampler in 19“ Format, den Yamaha auf den Markt gebracht hat. Und von seinen Hauptmerkmalen her immer noch ein begehrenswertes und leistungsfähiges Musikinstrument.

Das Leben mit dem A5000 hat aber auch seine Schattenseiten, die man aber erst kennenlernt, wenn man mit dem Instrument arbeitet.

Auf diesen Seiten möchte ich denen helfen, die es auf sich genommen haben, mit dem A5000 Musik zu machen, denn dazu ist er ja eigentlich da, auch wenn das im Umgang mit ihm manchmal in Vergessenheit geraten kann.

Mein A5000 hat den vollen 128 MB RAM Ausbau. Statt des Floppy Laufwerks (welches ich aufgehoben habe) habe ich ein ZIP Laufwerk (IDE) mit 250 MB Kapazität eingebaut. Mein A5000 hat die Einzelausgangserweiterung AIE1 eingebaut und eine sehr empfehlenswerte, flüsterleise 8 GB große interne Western Digital WD80EB28CGH IDE Festplatte (aus einer X-Box). Ich habe ein 32-faches SCSI-CD-ROM Laufwerk von Toshiba, einen CD Brenner von Yamaha und seit neuestem zwei 9,1 GB und zwei 4,3 GB SCSI Festplatten, heutzutage (März 2006) für ca. 10 Euro pro Stück bei ebay zu bekommen sind.

1. Ladezeiten verkürzen

Eine Schwäche des A5000 ist die Verwaltung von Fest- und Wechselplatten. Was ich damals bei der Lektüre des Samplervergleichs im KEYS Magazin als nicht so wichtig abgetan hatte (Es traten gegeneinander an: Yamaha A5000, EMU E5000 Ultra und AKAI S5000), hat sich im Laufe der Zeit als die größte Belastung meiner Beziehung zum A5000 herausgestellt.

Die Ladezeiten! Auch direkt von SCSI-Hochleistungsplatten mit 10.000 U/min zieht sich der Ladevorgang hin. Ein Gerücht besagt, dass die Ingenieure bei Yamaha angewiesen waren, statt des damals allgemein gebräuchlichen SCSI Controller-Chips von Western Digital den hauseigenen SCSI Chip von Yamaha einzubauen. Das war vielleicht ein Fehler.

Schon in einem „POWER USER“ genannten Papier zum Thema A5000 wird von Yamaha empfohlen, im Beisein von potentiellen Käufern ein Volume statt direkt von einer CD-ROM lieber über um den Umweg einer Festplatte ins RAM zu laden.

Auf jeden Fall sollte man sich die Betriebssystem Version 1.5 aus dem Internet herunterladen und installieren. Damit werden die Ladezeiten verkürzt. Es werden damit zwar keine Wunder vollbracht, aber es läuft besser. Außerdem macht das Update den A5000 mLan fähig, allerdings nicht für die aktuelle mLan Version.

Dateien und Dateinamen kopieren

Der Befehl „Copy Volume“ sollte aus dem Effeff beherrscht werden. Als verwöhnter Windows Nutzer ist man es gewohnt, eine oder mehrere Dateien auszuwählen und am Ziel einzufügen.

Beim A5000 ist das anders gelöst. Wenn man ein Volume irgendwohin verschieben will, muss man erst auf der Zielpartition ein leeres Volume mit dem Befehl „New Volume“ anlegen. Erst dann kann man den Inhalt eines Volumes dorthin kopieren. Das Zielvolume muss man vor oder nach dem Kopiervorgang noch umbenennen, wenn es nicht den wenig aussagekräftigen Namen „New Volume“ behalten soll.

Hierfür gibt es die Möglichkeit, Dateinamen in einen Zwischenspeicher zu kopieren.

1: Zu Kopierende Datei anwählen.

2: Rename drücken.

3: Einen Buchstaben des Namens ändern. (Vorsicht! Das erste Zeichen im Namen muss ein Buchstabe sein, sonst ist die Datei verloren! Au keinen Fall darf es ein Punkt oder Doppelpunkt sein! Das ist ein Bug, den ich kürzlich entdeckt habe.) Diese Aktion kopiert den Volumenamen in den Dateinamenpuffer.

4: OK Drücken.

5. Mit „Command Copy Volume“ die Datei ins Zielvolume kopieren.

6. Das Zielvolume nach erfolgtem Kopiervorgang anwählen.

7. „Rename“ drücken.

8. Mit Drehknopf 1 „Paste“ anwählen und drücken.

9. Der zuletzt im Datienamensgebungsdisplay befindliche Name wird eingefügt.

Probleme beim CD schreiben lösen.

Als ich ihn ganz neu hatte, konnte mein A5000 CDs brennen, genau so, wie es im Handbuch steht. An die Zeit, die er dazu benötigte, musste ich mich erstmal gewöhnen, aber es ging.

Irgendwann ging es dann aber nicht mehr. Der A5000 startete den Vorgang, brach dann aber immer kurz vor Vollendung den Prozeß mit einer Fehlermeldung ab. Was die bedeutete stand nicht im Handbuch und war auch nicht im Internet in Erfahrung zu bringen.

Ich probierte mehrere Brenner aus. Immer wieder Abbruch. Abhilfe schaffte letztlich der Austausch der internen IDE Festplatte durch ein SCSI Laufwerk. Ich nehme an, dass die IDE Platte einen Fehler hatte, der den Brennprozeß störte, obwohl sie sonst gut funktionierte. Danach probierte ich es mit einer neuen IDE Platte, nämlich der oben genannten Western Digital WD80EB28CGH. Diese funktioniert auch, und ist dabei sehr sehr leise.

Jedenfalls hat der Austausch der Festplatten das Problem gelöst. Jauchzet, frohlocket!

Die Endlosregler wieder flott machen

An meinem A5000 hatte ich vom ersten Tag an Probleme mit den 5 Endlosreglern. Drehte ich nach links, wanderte der Cursor im Display erstmal einige Schritte nach rechts. Auf schnelle Bewegungen reagierte der Cursor mitunter gar nicht, oder bewegte sich weiter, obwohl gar nicht mehr am Regler gedreht wurde. Mit so einem Regler durch lange Listen zu scrollen mach keinen Spass.

Abhilfe schafft hier Kontaktspray. Ich habe gute Ergebnisse mit „Kontakt 60“ von Kontakt Chemie erzielt. Um den Spray aber an die Regler (ich nenne sie jetzt mal „Potis“) zu bringen, habe ich die Frontblende des A5000 abmontiert. Dazu drei überliegende Schrauben, drei unten liegende Schrauben und je eine pro Seite lösen. Die Reglerknöpfe kann man einfach abziehen. Dann an den Potis die Muttern lösen und die beiden Schrauben, die die Potiplatine innen am Gehäuse befestigen.

Nun kann man die Potiplatine nach hinten herausziehen.

Die Potis sind gekapselt. Den Kontaktspray konnte ich nur durch den Spalt an der Potiachse anbringen. Den Spraystrahl auf den Spalt richten und schön viel am Poti drehen, damit der Wirkstoff auch da ankommt, wo er gebraucht wird.!

Bei mir hat das gut funktioniert. Die Potis reagieren nun so, wie man es erwartet, was die Arbeit am Gerät hundsgemein erleichtert.

Die CD Bibliothek verwalten

Yamaha hat dem A5000 Käufer gleich eine stattliche CD Bibliothek beigepackt, die auf Grund ihres schieren Umfangs und der langen Ladezeiten des A5000 nicht mal schnell durchgehört werden kann. Das ist Schade, denn in dieser Sammlung lagern einige Schätze, die zu heben es sich wirklich lohnt.

Schneller als von CD kann man von einer Fesplatte laden. Und bei den heutigen (2006) Preisen von 10 GB großen SCSI Platten kam ich auf die Idee, mir einen gigantischen SCSI Plattenpark anzulegen. Insgesamt kann der A5000 nämlich 6 weitere SCSI Geräte und zwei IDE Geräte verwalten.

Insgesamt kosteten mich die 4 SCSI Platten ca. 40 Euro (es gab sogar ein Gehäuse dazu!). Das ermöglicht mir jetzt den direkten Zugriff auf alle Volumes von den Werks-CDs. Als fünftes SCSI Gerät ist ein CD-Brenner angeschlossen.

Auf diese vielen Platten habe ich die Werks-CDs kopiert.

Auf den CDs sind die Sounds oftmals wegen der besseren Übersichtlichkeit auf mehreren Partitionen untergebracht. Das kann bei der maximalen Anzahl von 8 Partitionen, die auf einer Platte möglich sind, ein Problem sein

Nachdem man eine Partition auf eine andere kopiert hat, müssen Volumes, die man dazupacken will, einzeln auf die Zielpartition kopiert werden, da der Befehl „Copy All Volumes“ immer alle Volumes löscht, die sich bereits auf der Zielpartition befinden. Volumes von unterschiedlichen Partitionen auf einer Partition zusammenzufassen kann deswegen ein langwieriger Prozess werden.

Volumes sicher kopieren

Beim Kopieren der Volumes habe ich außerdem festgestellt, dass mein A5000 manchmal Kopierfehler bei „All Volumes“ oder „Copy Volume“ macht. Volumes, die man mit diesen Befehlen kopiert hat sind danach vom A5000 manchmal nicht ladbar. Hundertprozentige Sicherheit hat man nur dann, wenn man die Volumes erst ins RAM des A5000 lädt und danach als Volume auf der Zielpartition speichert. Man kann aber erstmal mit „All Volumes“ den Kopiervorgang beginnen, und danach aber prüfen, ob denn auch tatsächlich alle Volumes ladbar sind. Diejenigen, die nicht ladbar sind, lädt man dann vom funktionierenden Quellmedium einzeln ins RAM des A5000 und kopiert sie danach in die Volumes, die sich als nicht-ladbar herausgestellt haben.

Am Ende einer ausgedehnten CD-Einlesesitzung waren alle Werkssounds in direktem (naja, so'was ähnliches, siehe unten) Zugriff auf 5 Festplatten verteilt.

Festplatten Verwalten

Meine Recherchen haben ergeben, dass der A5000 nur zwei Festplatten gleichzeitig unter DISK/DISK darstellt. Wenn man also mehrere Festplatten angeschlossen hat, kann man nur bei zwei Platten den Inhalt sehen. Das gilt nicht für CD Laufwerke. Davon wird eins immer dargestellt.

Was man auf der rechten Seite von DISK/DISK zu sehen bekommt, hängt davon ab, was bei den Laufwerken auf der linken Seite unter "Mount" steht. Wenn bei allen Platten "Mount" = Off steht, werden keine Platten angezeigt. Will man also eine Platte anzeigen, stellt man "Mount" auf On. Das geht, wie gesagt bei maximal zwei Platten. Das reicht aber. So kann man Daten von jeder Platte überall hin kopieren.

Dreht man von "Off" auf "On", so kann das allerdings ein paar Sekündchen dauern, bis alles wie gewünscht dargestellt wird. Der SCSI Bus wird durch diese Aktion neu initialisiert.

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